Materialflüsse in der Gebäudeplanung berücksichtigen
Bevor Räume, Türen und Anlagenstandorte festgelegt werden, muss klar sein, wie Material eintrifft, bereitgestellt, verarbeitet und wieder abgeführt wird. Wir erarbeiten diese Abläufe mit Produktion, Logistik, Qualitätssicherung und Gebäudeplanung. Daraus ergeben sich Anforderungen an benachbarte Räume, Transportwege, Übergabepunkte und Puffer.
Für jeden Materialfluss beschreiben wir Gebinde, Kennzeichnung, Status sowie Lager- und Handhabungsbedingungen. Temperaturführung, Trennung, Reinigung und Übergänge in kontrollierte Bereiche richten sich nach den Vorgaben der zuständigen Fachstellen. So kann das Planungsteam diese Anforderungen bei Raumaufteilung, Anlagenwahl und Systemauslegung berücksichtigen.
Ihre Grundlagen für Planung und Beschaffung
Materialfluss- und Raumkonzepte
Abläufe für Wareneingang, Lagerung, Probenahme, Einwiegen und Bereitstellen (Dispensing), Produktionsversorgung, Retouren und Abfall. Wir beschreiben die dazugehörigen Wege, Übergaben und erforderlichen Raumbeziehungen.
Anforderungen an Lagerung und Handhabung
Ladeeinheiten, Lagerbedingungen, Trennung, Zugänge und Pufferbedarf. Manuelle und automatisierte Varianten werden danach beurteilt, welche Materialien und Gebinde sie handhaben müssen.
Gebäude- und Systemschnittstellen
Flächen- und Zugangsanforderungen sowie Vorgaben zur Erfassung von Materialidentität, Gebindekennzeichnung und Status. Dazu kommen die Zuständigkeiten zwischen ERP, Produktionssystemen, Lagerverwaltung und Anlagen.
Anbieteranforderungen und Logistiktests
Funktionale Anforderungen und Lieferumfänge für die Beschaffung. Je nach Mandat vergleichen wir Offerten und begleiten Logistiktests und Betriebsvorbereitung. Geprüft werden Bewegungen, Übergaben und Ausnahmeabläufe.
Aktuelle Arbeit in der produktionsnahen Logistik
Für ein Schweizer Life-Science-Produktionsgebäude bearbeitet Tidira Wareneingang, Kurzzeitlagerung, Probenahme, Dispensing und Produktionsübergaben. Die Planung umfasst auch gefrorene Materialien, die Abstimmung zur Handhabung von Gefahrstoffen und die Abfalllogistik. Wir verbinden diese Abläufe mit den Anforderungen an Räume, Wege, Lagerbedingungen und Systeme.
Das Projektteam nutzt die erarbeiteten Logistikanforderungen, um Räume, Anlagenstandorte und Übergaben zwischen den Systemen abzustimmen. Offene Vorgaben werden mit Qualitätssicherung, Gebäudeplanung und den weiteren zuständigen Fachdisziplinen geklärt.
Zuständigkeiten mit den Fachdisziplinen abstimmen
Tidira übernimmt die vereinbarte Intralogistikplanung. Für GMP-Konformität, Qualitäts- und Materialfreigaben, Reinraumklassifizierung, Qualifizierung, Validierung und formelle GMP-Dokumente sind der Kunde und die beauftragten Fachstellen zuständig. Architektur, Gebäudetechnik, Brandschutz und Arbeitssicherheit bleiben bei den jeweiligen Fachplanern.
Wir klären, welche Vorgaben für die einzelnen Materialbewegungen gelten: Welche Bewegung ist bei einem bestimmten Materialstatus zulässig? Welche Temperaturbedingungen gelten während des Transports? Wo ist eine Trennung erforderlich? Offene Fragen klären wir mit den zuständigen Stellen, bevor die betroffenen Abläufe und Anlagen festgelegt werden.
Beispiel aus der Logistikplanung
Gekühltes Material zur Probenahme bringen
In diesem Beispiel soll temperaturgeführtes Material aus dem Lager zur Probenahme und anschliessend zurückgebracht werden. Die Qualitätsvorgaben des Kunden bestimmen die zulässigen Bedingungen und Bewegungen.
- 01
Transport vorbereiten
Gebinde, Kennzeichnung, zulässiges Ziel und Handhabungsbedingungen beschreiben. Klären, welches System den aktuellen Materialstatus bereitstellt.
- 02
Probenahme abstimmen
Transportweg, Wartefläche und Übergabe planen. Mit den zuständigen Stellen festlegen, wer das Material handhabt und wie Probe und Restmenge gekennzeichnet werden.
- 03
Rücklagerung beschreiben
Lagerziel, Bestandsbuchung und zulässige nächste Bewegung festhalten. Auch fehlende Kennzeichnungen oder ein nicht verfügbares Ziel müssen im Ablauf berücksichtigt sein.
Die zuständigen Fachstellen geben Produktbedingungen und Freigaberegeln vor. Die Logistikplanung beschreibt deren Umsetzung in den Materialabläufen.