FAQ

Antworten zu Ausschreibung, Integration und Inbetriebnahme.

FAQ zur Intralogistik und Lagerautomation

Was ist der Unterschied zwischen RFP und RFQ bei Lagerautomation?

Ein RFP klärt Lösungsansatz und Vorgehen, ein RFQ fordert ein Preisangebot bei fixierten Anforderungen. In der Lagerautomation startet man oft mit einem RFP und geht nach Klärungen in ein RFQ. So werden Angebote vergleichbar und entscheidungsreif.

Was gehört in ein Lastenheft oder Pflichtenheft für ASRS, AMR, Fördertechnik oder Sorter?

Ein Lastenheft oder Pflichtenheft muss Mengenprofile, Artikelstruktur, Ein- und Ausgänge sowie Prozessgrenzen definieren. Dazu kommen Leistungswerte, Randbedingungen und Layoutannahmen. Schnittstellen zu ERP, WMS und WCS müssen beschrieben werden. Datenvorlagen und Abnahmekriterien sorgen für klare Angebote.

Wie trenne ich Anforderungen von einer Funktionsbeschreibung?

Anforderungen beschreiben Zielbild und Rahmenbedingungen, die Funktionsbeschreibung beschreibt die Umsetzung durch den Anbieter. Die Trennung verhindert eine zu frühe Festlegung und verbessert die Vergleichbarkeit.

Wie werden Anbieterangebote wirklich vergleichbar?

Angebote werden vergleichbar, wenn Leistungsumfang, Datenvorlagen und Annahmen einheitlich sind. Einheitliche Vorlagen und ein klarer Leistungsumfang sind Pflicht. Unterschiede werden normalisiert und Annahmen dokumentiert. Ein Bewertungsmodell verbindet Technik, Risiko und TCO. Workshops und klare Klärungsprotokolle halten alle auf Linie.

Was ist ein Bewertungsmodell und wie werden Kriterien gewichtet?

Ein Bewertungsmodell übersetzt Kriterien und Gewichtungen in eine transparente Entscheidung. Typische Kriterien sind technische Eignung, Lieferfähigkeit, Servicefähigkeit und TCO. Die Gewichtung sollte vor der Angebotsabgabe mit Sponsor und Betrieb festgelegt werden. So bleibt die Entscheidung belastbar.

Was bedeutet TCO bei Lagerautomation und was wird oft vergessen?

TCO umfasst CAPEX, Software, Wartung, Energie und Personal, und oft fehlen Integrationskosten, Tests, Änderungsmanagement und interne FTEs. Hinzu kommen Ersatzteile, Erweiterungen und Stillstandsrisiken. Ohne sauberen TCO wird die Vergabe angreifbar.

Was ist FAT und SAT, und wie läuft die Abnahme?

FAT ist die Werksabnahme beim Anbieter, SAT die Abnahme vor Ort. Im FAT werden Funktion und Leistung unter kontrollierten Bedingungen geprüft. Im SAT geht es um Integration, Sicherheit und die Abnahmekriterien in der realen Umgebung. Saubere Abnahmekriterien vermeiden späte Diskussionen.

Was bedeuten SIT und UAT bei WMS/WCS/ERP Schnittstellen?

SIT prüft die technische Integration zwischen WMS, WCS, ERP und Automationssteuerung, UAT prüft die fachliche Prozessabnahme mit realen Betriebsfällen. Beide brauchen klare Testfälle, Daten und durchgängige Tests. Nachweise sichern die Abnahme ab.

Was bedeutet Inbetriebnahme-Bereitschaft und welche Freigabepunkte braucht es?

Inbetriebnahme-Bereitschaft bedeutet, dass Kriterien für Stabilität, Daten, Schulung und Umstellung erfüllt sind, und Freigabepunkte sind formale Checkpoints mit Nachweisen. Sie machen Risiken sichtbar und halten Entscheidungen sauber. Das reduziert späte Überraschungen.

Wer ist verantwortlich für Schnittstellen und Integrationstests?

Für jede Schnittstelle braucht es klar benannte Verantwortliche für Daten, Logik und Testfälle, abgestimmt zwischen Anbietern und interner IT. Betreiberseitig muss der Integrationstestplan und die Nachweisstrategie gesteuert werden. So entstehen keine Lücken zwischen Leistungsumfängen.

Wann lohnt sich eine Second Opinion, und was ist in 1 bis 2 Wochen realistisch?

Eine Second Opinion lohnt sich, wenn Leistungsumfang, Tests oder Terminplan driften und schnelle Klarheit nötig ist. In 1 bis 2 Wochen sind eine Lagebeurteilung, Priorisierung und ein Stabilisierungsplan realistisch. Sie erhalten klare nächste Schritte und Entscheidungspunkte. Das stabilisiert die Umsetzung frühzeitig.

Was heisst Programmleitung im Teilpensum oder interimistische Unterstützung?

Programmleitung im Teilpensum bedeutet Betreiberseitenführung 1 bis 3 Tage pro Woche mit klaren Mandaten. Der Fokus liegt auf Steuerung, Umfangskontrolle, Integration und Testbereitschaft. Das passt, wenn interne Ressourcen knapp sind, das Risiko aber hoch ist.

Wie lange dauert eine Ausschreibung und Anbieterauswahl typischerweise?

Eine fokussierte Ausschreibung dauert typischerweise 8 bis 14 Wochen von Anforderungen bis Entscheidung, abhängig von Komplexität und Anzahl Anbieter. Frühe Einigkeit zu Kriterien und Datenvorlagen verkürzt den Prozess.

Wann lohnt sich betreiberseitige Umsetzungssteuerung?

Betreiberseitige Umsetzungssteuerung lohnt sich, wenn der Umfang gross ist, mehrere Lieferanten involviert sind oder das Integrationsrisiko hoch ist. Ein früher Einstieg schärft Anforderungen und reduziert späte Änderungen. In Umsetzung und Abnahme schützt das die Interessen des Betreibers.

Wann ist eine Projektstabilisierung sinnvoll?

Eine Projektstabilisierung ist sinnvoll, wenn Termine rutschen, Testnachweise fehlen oder die Inbetriebnahme unsicher wird. In der Stabilisierungsphase werden Risiken priorisiert, Tests geschärft und die Umstellung vorbereitet. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte.